Bayern München wird der neue Deutsche Meister, so viel war klar und so ist es jetzt auch offiziell: Nach dem letzten der 34 Spieltage dürfen wir uns Meister nennen! Es wird die 23-ste Deutsche Meisterschaft des Rekordmeisters. Das
Wie ist allerdings ungewohnt und mit all seiner Dominanz herausragend. Als Bayern-Fan kann man den Blick gar nicht mehr von der Tabelle abwenden, guckt ungläubig und fassungslos angesichts der Punkteunterschiede zwischen ganz oben und ein bisschen ein weiter unten. Bislang sind es 20 Punkte alleine vor Dortmund, dem Tabellenzweiten, dabei hat der BvB nun wirklich keine schlechte Meisterschaftssaison gespielt. Das ist erstmalig in der Liga-Geschichte!
Die einzelnen Rekorde, die der FCB in der laufenden Saison gebrochen, aufgestellt und eingestellt hat, zähle ich hier gar nicht erst auf - es ist sicher noch nicht Ende der Fahnenstange. Dennoch hat dieser Meistertitel und die Art wie er zustande kam, etwas Seltsames: Zwar sind wir nach zweijähriger Durststrecke wieder dran, aber es fehlt dann letztlich doch etwas die Spontaneität. Die Frage war ja nicht mehr ob, sondern wann wir letztlich ganz offiziell Thronfolger sind. Eine Meisterschaft so ein, zwei oder auch drei Spieltage vor Schluss hat sicher etwas mehr "spontane Freude" im Gepäck, die Freude über den 23-sten Titel allerdings wird nachhaltiger sein. Von dieser Dominanz werden wir noch in Jahren und vielleicht Jahrzehnten sprechen. Wir dürfen uns vielleicht leiser, aber in jedem Fall länger darüber freuen.
Dass die Jubelszenen in der Commerzbank-Arena einen eher zurückhaltenden Charakter hatten, liegt an der aktuellen Situation: Am Mittwoch steht das Rückspiel bei Juventus Turin in der Champions League an. Da muss - aller Freude zum Trotz - das Feiern hinten anstehen. Liebe Blogger-Kollegen von Bog G, eine solche Situation kennt Ihr nicht, deshalb wohl auch das
Unverständnis.
Als Bayern-Fan weiß man natürlich, dass uns noch so eine Art Verwässerung der aktuellen Saison drohen könnte - und das mag sich niemand vorstellen. Nein, ein Titel reicht uns nicht. Nach zwei Finalteilnahmen in der Champions League innerhalb der letzten drei Jahre, wollen wir endlich wieder diesen Cup holen! Dazu ist die totale Fokussierung auf das Kommende zwingend: Meisterfeier und Weißbierduschen können da noch warten.
Im schwarz-gelben
Lager mag man von "Scheckbuch-Transferpolitik" (was für ein Wort!) sprechen oder mit Plagiatsvorwürfen um die Ecke kommen, der einzige Grund warum Bayern München so souverän und frühzeitig die Entscheidung in diesem Wettbewerb herbei geführt hat, ist gute Arbeit! Das schließt auch die Transfers vor der Saison ein, denn das gehört schließlich dazu.
Nein, wir lassen uns diesen Titel von niemandem madig machen, dazu war all das was wir Woche für Woche erleben durften einfach zu gut!
Welche Gegner auch immer gerade anstanden, tief standen, früh umschalteten, hinten drin mauerten, spät in Führung gingen oder einfach nur richtig gut spielten, wir haben sie alle entweder geschlagen oder eben nicht gewinnen lassen. Ein Mal nur schlugen wir uns selbst. Das ist in der Summe unfassbar gut!
Wir haben einen Mix aus sehr jungen, jungen und jungen erfahrenen Spielern, gesegnet mit einem großartigen Talent, bereit hart und konsequent an sich zu arbeiten - und in der Lage, schönen Fußball mit leidenschaftlichem Einsatz zu verbinden. Diese sind nicht alle "zugekauft" und diese Spieler sind auch nicht ausschließlich wegen des vielen Geldes Spieler des FC Bayern. Sie wollen in diesem Klub spielen, dieses Trikot tragen und diese Herausforderung annehmen. So etwas beinhaltet für junge Talente auch ein gewisses Risiko, erfordert Mut und die Bereitschaft zu harter Arbeit. Wer hier also leichtfertig die Politik des großen Geldes als einzig ausschlaggebend in den Vordergrund stellt, der sollte sich fragen, ob er/sie im Leben bereit ist, solche Risiken einzugehen, Mut zu haben und hart und viel zu arbeiten?! Ganz abgesehen davon, ist das Geld des FCB selbst verdient - und nicht geliehen oder subventioniert.
Als Fan und Mitglied der Bayern-Familie über Jahrzehnte, bedanke ich mich für diese großartige, herausragende Leistung und all den Einsatz bei allen, die dazu beigetragen haben - aber ganz besonders bei Mannschaft und Trainer! Es war fantastisch!
Und jetzt macht diese Saison zur besten, die wir jemals hatten!