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Donnerstag, 16. Mai 2013

Chelsea als Warnung

Geschichte wiederholt sich, dachten gestern Abend sicherlich einige Fußballfans, als der Chelsea FC in letzter Minute das entscheidende Tor im Finale der Europa League erzielte. Wieder nach einem Standard, wieder ein Kopfballtor - wie schon im Finale dahoam letztes Jahr (auch wenn der Treffer 2012 Chelsea nicht zum Sieg brachte, sondern erst ins Elfmeterschießen).

Nein, schön oder gut hat Chelsea wieder nicht gespielt. Aber sie haben ihre Stärken (oder auch ihre einzige Stärke) genutzt und am Ende gewonnen. Der Zweck heiligt eben die Mittel. Wie schon im letzten Jahr sage ich auch diesmal: verdient gewonnen.

Benfica hatte gerade in der ersten Hälfte Chancen im Minutentakt. Fahrlässig vergeben, so beschreibt man es wohl am besten. Dass sich dies und eine schlecht sortierte Hintermannschaft bei einem Eckstoß kurz vor der Verlängerung (der im übrigen völlig unnötig war) gegen die Londoner rächt, weiß man spätestens nach dem Champions League-Finale 2012 gegen die Bayern. Benfica hat daraus nichts gelernt. Möge der katholische Portugiese tatsächlich an den "Bela Guttmann-Fluch" glauben, bereits nach Halbzeit Eins wusste ich wie es letztlich ausgehen wird. Das wusste ich übrigens auch schon 2012. So ist der Fußball in solchen Endspielen. Und es ist - so ungerecht es scheinen mag - auch gut so.

Ein Europacup-Finale ist ein Gipfeltreffen auf allerhöchstem Niveau - wer Fehler macht oder mangelhaft effizient ist, den bestraft der Gegner. Das war schon in vielen Endspielen so. Um nur ein paar Bayern-Spiele zu nennen: 1982 in Rotterdam gegen Aston Villa, 1987 gegen Porto in Wien, 1999 in Barcelona gegen Manchester United und - wie schon erwähnt - im letzten Jahr gegen Chelsea in München.

Du musst eiskalt mit der Verwertung deiner Chancen sein - Du musst höllisch aufpassen, nicht zum falschen Zeitpunkt den entscheidenden Fehler zu machen. Für's Schönspielen, für Ballbesitz oder die Mehrzahl an Chancen hat es noch nie einen Pokal gegeben. Das wird auch am 25. Mai in London so sein. Ich hoffe, der FCB hat daraus seine Lektion endlich gelernt.

Mittwoch, 15. Mai 2013

Es ist doch nur ein Fußballspiel

In Kürze fliege ich nach London - und angesichts des Spiels an dem ich als Zuschauer am 25. Mai teilnehmen werde, bekomme ich schon feuchte Hände, leichtes Magendrücken und eine Körpertemperatur, die zwischen kalt und heiß wechselt. Bei dem was die Medien aus dem bevorstehenden Champions League-Endspiel zweier deutscher Mannschaften schon machen und noch machen werden, fällt es einem nicht leicht sich dem Hype zu entziehen. Als Bayern-Fan geht es mir aber in erster Linie nicht um Gegner Dortmund oder um "das Duell", sondern schlicht um den Henkelpott. Ich wünsche mir, dass mein Team nach 2001 und zwei Finalniederlagen in den letzten drei Jahren endlich wieder Champions League-Sieger wird. 

Natürlich wird mir spätestens am 25. Mai die Farbe Gelb visuelle Übelheit bereiten - und ja, ich wünsche in den relevanten neunzig oder hundertzwanzig Minuten plus dem BvB alles erdenklich Schlechte (spielerisch gesehen). Doch bei aller Rivalität und der Vorgeschichte zu eben dieser, werde ich mich aber auch wieder beruhigen - egal, wie das Ergebnis letzten Endes heißen wird. Es ist ein sportlicher Vergleich - und den muss man am Ende auch sportlich nehmen. Das habe ich so 1999, 2010 und erst recht 2012 so getan. 1987 in Wien war ich noch nicht soweit.
Mit Borussia Dortmund ist einer der Vereine ins Finale eingezogen, den ich mit anderen am wenigsten leiden kann. Aber mit Borussia Dortmund ist eben auch eine Mannschaft im Endspiel angekommen, die es neben den Bayern verdient hat, dort um den Cup spielen zu dürfen. 

Aus deutscher Sicht, interessiert mich das zurzeit ehrlich gesagt einen Dreck. Ich werde mich nicht darüber freuen können, wenn die "falsche" deutsche Mannschaft den Titel holen würde - Bundesliga und deutscher Fußball hin oder her. Nein, Bayern ist dran - und Bayern soll es bitte auch sein. 

Dennoch wünsche ich mir, dass jegliche Häme, Unsportlichkeit oder gar Hass an diesem 25. Mai in London nichts zu suchen haben. Wir haben mit zwei deutschen Teams in Europa ganz groß aufgetrumpft - jetzt sind die Fans beider Lager an der Reihe es ebenso zu tun.

Zum guten Schluss noch ein prima Text zum Thema von Andreas Bach: 

Samstag, 11. Mai 2013

Two tickets to ride

London im Mai 2013 - Notting Hill, Columbia Road, Brick Lane Hampstead, Islington, Primrose Hill, Greenwich, Camden Passage, Borough Market, Postman's Park, Tate Modern Gallery, St. Paul's Cathedral, Brockley Market, East End, Golborne Road, Bermondsey, Regent's Park, Dalston, Shoreditch, Bethnal Green, ... eine Woche in der englischen Hauptstadt - und am Ende folgt als Krönung das Finale der Champions League zwischen zwei deutschen Mannschaften im New Wembley Stadium: meine Bayern gegen die Schwarz-Gelben aus Dortmund.


Es ist mein fünftes Finale in diesem Wettbewerb live vor Ort. Wien, Barcelona, Mailand, Madrid und nun London. Für München im letzten Mai gab es keine Karten für mich.
Als wir das Finale dahoam verloren, dachte ich sofort an London. Nächstes Jahr in London, da holen wir den verdammten Cup! London - was für ein großartiger Austragungsort für ein europäisches Finale! Ich bestellte unverzüglich Endspielkarten - wohlwissend, dass das gar nichts bringt, da vermutlich wieder erst das Losverfahren über die Kartenvergabe entscheiden wird. Anfang diesen Jahres buchte ich dann Flug und Hotelzimmer - vielleicht schaffen es die Bayern ja wieder ins Finale. Und sie schafften es tatsächlich - bezwangen Arsenal, schlugen Turin und Barca.

Irgendwie war das mit mir und London so ein Ding, bei dem ich ein glückliches Händchen hatte - sicher das glücklichste im Hinblick auf die zwei Finalkarten für den 25. Mai, die mir sicher sind. 
Gegen Arsenal war ich vor 13 Jahren schon mal dort - und bei Karl-Heinz Riedles Kopfballsiegtor im deutsch-englischen Vergleich 1991 im alten Wembley Stadion. Ich freu mich riesig auf das neue Wembley, auf die Stimmung in der Stadt und auf die steigende Fieberkurve hin bis zum Samstagabend, dem Abend des Spiels. Das wird ganz sicher mein Jahreshöhepunkt 2013.

Den Bayern-Fans, die keine Karte bekommen werden, kann ich nur raten: Fahrt hin. Mietet Euch eine Wohnung bei 9flats und fahrt hin. London ist faszinierend - und in Rot getaucht sicher viel schöner als in Gelb. Lasst uns den 25. Mai diesen Jahres zu einem Feiertag machen - einem FC Bayern-Feiertag! Um Thomas Müller zu bemühen: "Wir holen das Ding. Basta."   
 

Dienstag, 7. Mai 2013

Der 6. Mai 2013

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet der sechste Mai 2013, ein Montag, ein Tag mit solcher Tragweite für den FC Bayern werden würde? Kein Spieltag, kein Europapokalabend - nicht mal ein Spieler wurde verpflichtet - an diesem 6. Mai. Der Aufsichtsrat des Klubs hat sich am gestrigen Abend einstimmig dafür ausgesprochen, dass Uli Hoeneß bis auf weiteres Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender bleibt, sich auch vorübergehend nicht aus dieser Verantwortung nehmen soll. Kurzum: man hat die Verdienste und den Menschen Uli Hoeneß der Verfehlung der Steuerhinterziehung (von der wir noch nicht wissen, ob sie letztlich wirklich auch rechtlich den Straftatbestand erfüllt) gegenübergestellt und sich pro Hoeneß entschieden.

Wenn man bedenkt, was da gestern auf dem Spiel stand für den Klub, seine Mitglieder und natürlich in erster Linie dem Mann, dem der Verein so viel zu verdanken hat, kann man zunächst einmal beruhigt aufatmen. Berücksichtigt man, dass in diesem Gremium die Chefs von Audi, Volkswagen oder adidas saßen und entschieden, muss man deren Votum um so höher bewerten, da sie sich in ihrer Funktion als Unternehmenchefs großer deutscher Konzerne damit natürlich in der moralischen Diskussion angreifbar machen. Warum diese Entscheidung? 

Zunächst sprechen wir hier von einem noch laufenden Verfahren, dessen Ausgang ungewiss ist. Ist die Selbstanzeige des Uli Hoeneß ausreichend um einer Haftstrafe (mit oder ohne Bewährung) zu entgehen, kann man durchaus diese erstmalige Verfehlung des Bayern-Machers aus Sicht des Klubs ad acta legen. Er hat sich entschuldigt, er hat Reue gezeigt und er hat dem Klub keinen direkten Schaden zugeführt.
Wenn es anders kommt, wird man auch noch anders entscheiden können.

Die Entscheidung des Aufsichtsrats der Bayern München AG ist ein Votum: für Uli Hoeneß - als Mensch, als Präsident und als der Mann, der den Klub dorthin gebracht hat, wo er heute steht. Nichts anderes habe ich von diesem Aufsichtsrat erwartet - und darauf können wir Mitglieder stolz sein.
Mia san mia!

Mittwoch, 1. Mai 2013

Termine Mai 2013

01.Mai 2013 - Champions League Halbfinale   
Barcelona vs FCB
20:45 Uhr

04.Mai 2013 - Bundesliga   
Borussia Dortmund vs FCB
18:30 Uhr
    
11.Mai 2013 - Bundesliga   
FCB vs FC Augsburg
15:30 Uhr
   
18.Mai 2013 - Bundesliga   
Borussia M'gladbach vs FCB
15:30 Uhr   

25. Mai 2013 - Champions League Finale
London, New Wembley
Borussia Dortmund vs FCB
20:45 Uhr

Donnerstag, 25. April 2013

Angekommen!

Was sind das für Wochen, Monate - was ist das für eine irre Saison?! Was bitte, war denn das für ein Spiel?! Gegen Barca! Gegen die Mannschaft, die über die letzten Jahre hinweg den europäischen Fußball - wie kaum eine andere vor ihr - dominiert hat. Vielleicht hatte Real Madrid einen solchen Status - irgendwann in den Fünfzigern...
Noch unter Louis van Gaal - so lange ist es ja noch nicht her - schielte man beeindruckt und aufrichtig ehrfurchtsvoll in Richtung Barcelona. Dort, auf dem Olymp der Fußballkunst ankommen, das war der ferne Wunsch der Bayern. Gerade ein Jahr ist es her, dass man im Finale der Champions League, im eigenen Stadion in München, nach einer überragenden Champions League-Saison scheiterte. Schock, Frust, Trauer - Fassungslosigkeit - wieder ein Finale ohne Happy End. Damals herrschte der allgemeine Tenor, dass man unverdient, mit viel Pech an einer höchst-destruktiven Mannschaft gescheitert ist. Wie ungerecht! Alles Quatsch. Schon während des Spiels im letzten Mai, war deutlich zu sehen was letztlich noch fehlte, wenn man solche Titel holen will.*

Am vergangenen Dienstagabend wurde uns dann allen vor Augen geführt, wo der FC Bayern 2013 wirklich steht. Waren das alles schlechte Gegner, ängstliche Hasen und indisponierte Opfer, die wir da Woche für Woche mit Kantersiegen in Liga und Pokal vom Platz fegten? Der wirkliche Maßstab ist Barca - und komme mir niemand damit, dass Barca und Messi an diesem Abend "einfach schlecht drauf waren". 
Denn was wir dann sahen, zeugte von einer Spielintelligenz, einem taktischen Masterplan in Vollendung, einem gemeinsamen Kampfgeist und fußballerischem Höchstniveau, dass man nur noch ungläubig auf das Geschehen auf dem Rasen starren konnte. Wann kommt Barca zu Chancen, wann schießen sie ein Tor? Zwei Mal innerhalb von neunzig Minuten hatten sie tatsächlich Tormöglichkeiten - Barcelona! Das muss man sich mal vorstellen! Pressing par excellence - ganz ohne zwei Abwehrreihen hintereinander aufzustellen, wie es Milan oder auch Chelsea erfolgreich gegen die Katalanen getan hatten. Nein, wir spielten mit - und wie!
Die Aussagen der Barca-Spieler nach der Partie sprachen Bände über das, was da auf dem Platz ablief - und diese statements sind der Ritterschlag von Weltklasse-Spielern einer Weltklasse-Mannschaft.
Ich verzichte auf die Details zum Spiel - dass hat Kollege Breitnigge schon formvollendet. Aber sehen wir es, wie es ist: Am Dienstagabend haben wir einen historischen Moment erlebt. Der FCB ist dort angekommen, wo wir ihn noch 2009 uns nicht im Ansatz haben vorstellen können. Natürlich fehlt der Titel noch - ohne Frage. Dazwischen stehen noch ein Halbfinalrückspiel und das Finale. *Aber wer zweifelt ernsthaft daran, dass einen FC Bayern in dieser Form niemand schlagen wird?!   
Danke, Jungs - Danke, Trainer! Das war Balsam für die Bayern-Seele und ein taktischer Höchstgenuss! Holt Euch das Ding! Es ist unsere Zeit.     

Dienstag, 23. April 2013

Die Fieberkurve steigt - auch in Dortmund

In drei Stunden und 40 Minuten - so ungefähr - steigt das von aller (Fußball-)Welt erwartete Gipfeltreffen zwischen dem FC Bayern und Barca. Doch zur Zeit scheint das gar nicht das Top-Thema des Fußballsports zu sein, denn da haben wir seit ein paar Tagen die Causa Hoeneß und seit kurz nach null Uhr heute früh den Götze-Transfer.

Das echauffierte Aufbrausen im schwarz-gelben Lager angesichts dieses Überraschungs-Transfers kurz vor Ende der laufenden Spielzeit ist verlogen. Mario Götze hatte, wie viele andere Spieler einer bestimmten Qualität, eine Ausstiegsklausel im Vertrag. Diese Klausel war Voraussetzung für die letzte Vertragsverlängerung mit Borussia Dortmund. Ein solche "Ausstiegsklausel" - also eine festgeschriebene Transfersumme, bei der - so sie erzielt würde - der Vertrag frühzeitig beendet werden kann, ist die Vor-Unterschrift bei einem anderen Verein. Demnach also alles andere als ein langfristiges Treue-Bekenntnis. Gang und Gäbe ist es ohnehin, aber eben auch ein Verein wie Borussia Dortmund profitiert davon (zuletzt bei der Ausstiegsklausel eines gewissen Marco Reus, der von Borussia Mönchengladbach kam).
Der Verein betonte, dass sich Götze samt Berater absolut korrekt verhalten hätten - was anderes sollen sie auch sagen?! Dass Jürgen Klopp - unverbesserlich - im Rahmen einer Pressekonferenz andeutete, dass der Zeitpunkt der Publikmachung nicht zufällig sei, ist wieder mal typisch für die Verschwörungstheoretiker der Branche. Es war die Bild-Zeitung und anschließend ganz offiziell der Verein Borussia Dortmund selbst, die den Transfer zur nächsten Saison bestätigten. Der FC Bayern hätte laut eigener Pressemitteilung mit der Bestätigung noch zumindest bis nach dem Halbfinalspiel gegen Real Madrid gewartet. Das ist ehrenwert - nichts anderes.

Wenn sich Herr Watzke nun darüber wundert, dass der Münchner Klub keinerlei Kontakt im Vorfeld zur Borussia  aufgenommen hätte, erscheint das merkwürdig. Schließlich waren es doch die Dortmunder Borussen, die lauthals getönt hatten wie unverkäuflich ihre Topstars doch seien. Und dass der FCB auch ein Auge auf eines der größten deutschen Fußballtalente hat, wurde weder verheimlicht, noch kann man sich darüber wundern. Es war doch klar, dass Mario Götze früher oder später beim FC Bayern landet.
Am Ende wird der Borussia dieser personelle Verlust üppig versüßt: 37 Millionen Euro fließen in die Kasse der Borussia. Da kann man doch etwas mit anfangen.


 

Montag, 22. April 2013

Schützenfest ohne König


Sonnenschein über Hannover, die Bayern sind in der Stadt - und sie sind nicht gekommen, um hier eine Trainingseinheit abzuhalten, bevor man am Dienstag Teil Eins des Knallers gegen den großen FC Barcelona in der Champions League absolviert. Und doch sah es wie im Training aus... so einfach, so leicht, so sicher und so schnell in Führung.
Klar war, dass Trainer Jupp Heynckes hier einige Protagonisten für Dienstag zumindest eine Halbzeit lang einsetzen würde, damit sie im Spielfluss bleiben. Ribéry und Müller zum Beispiel in Hälfte Eins. Robben und Shaqiri im zweiten Durchgang. Als vorübergehender "Zehner" zeigte Pizarro ein gnadenlos gutes Spiel und durfte sich wieder mal als Torschütze eintragen. Natürlich traf auch Mario Gomez - unser Mr. Zuverlässig.
Es war schön anzusehen, wie die Bayern Hannover 96 nach Belieben beherrschten und den dreizehnten Rückrundsieg im dreizehnte Rückrundenspiel  mit 6:1 Toren perfekt machten. Man kann nur ungläubig staunen, mit welcher Selbstverständlichkeit der FCB wieder und wieder den jeweiligen Liga-Gegner dominiert. Doch - ohne wirklich das Haar in der Suppe suchen zu wollen - perfekt haben sie nicht gespielt; zumindest nicht so wie man am Dienstag gegen Barca auftreten muss.

Der Punkterekord ist eingestellt und Bayern hat noch vier Spieltage, um die Messlatte dahingehend höher zu legen. Freuen wir uns über diese sechs Tore und die unfassbar gute Gesamtbilanz in dieser Saison! Noch im letzten Jahr war das Gastspiel in Hannover eher ärgerlich (wenngleich auch deutlich spannender).

Ein anderer Protagonist fehlte gestern in Hannover - Uli Hoeneß. Und doch war der Präsident des FC Bayern landauf landab das Thema des Tages. Gestern, heute und sicher auch in den nächsten Wochen wird er das auch bleiben.
Als mir gestern morgen von seiner Selbstanzeige berichtet wurde, war das ein Hammer! Ich war schlagartig wach, geschockt und konnte nicht glauben, dass unser Uli so - mit Verlaub - dumm sein konnte, zu glauben damit unbehelligt durchzukommen. Ausgerechnet Uli Hoeneß..

Mit ein bisschen Zeit nach dem ersten Schreck, konnte ich meine Gedanken etwas sortieren und werde es hier damit halten, zunächst einmal die wirklichen Details der Story abzuwarten. Klar sein dürfte, so ganz unschuldig wird er nicht sein. Klar ist, der Imageschaden für ihn persönlich ist gewaltig. Klar ist, dass mir als Hoeneß-Freund diese Geschichte wirklich zu Herzen geht, mein Mitleid sich aber dennoch arg in Grenzen hält.  
Es war zu erwarten, dass nun die Schlangen aus ihren Nestern kriechen und das Zischen anfangen - bei der Steilvorlage kein Wunder. Herr Daum beispielsweise täte besser daran erstmals den Mund zu halten, als sofort seinen Senf beizusteuern. Manche lernen es eben nie. Aber Uli Hoeneß' Fallhöhe ist gewaltig - und dazu hat er mit öffentlichen Auftritten in Polit-Talkshows auch kräftig beigetragen. Was aber am Ende nun wirklich geschehen ist und warum, sollte wir abwarten. Vorverurteilungen können auch nach hinten losgehen.

Moralisch den Fall zu bewerten ist gefährlich, denn wer will hier ernsthaft einen moralischen Standard festlegen? Ist Steuerbetrug erst ab einer gewissen Höhe des unversteuerten Geldes wirklich schlimm? Eine Straftat wäre es in jedem Fall. Ist das Fahren unter Alkohol nicht viel verwerflicher, weil dabei Menschen zu schaden kommen könnten? Die Moral will ich bei dieser Angelegenheit aus dem Spiel lassen - ein viel zu weites Feld für meinen Geschmack.
Diesen Knaller zum Ende der Saison 2012/13 kann man a) rechtlich bewerten, wenn man alle Fakten kennt - und b) daraus Schlüsse, Konsequenzen und Forderungen ableiten. So weit bin ich zumindest noch nicht. Mir bleiben einzig ein paar Worte, die ungläubig immer wieder vor mich hin flüstere: "Warum Du, Uli?" 
  

Mittwoch, 17. April 2013

"Shaq-Attack"

In Mönchengladbach gibt es anscheinend ein Kommunikationsproblem... Als man den großen dunkelhäutigen Spieler vom SC Freiburg verpflichten wollte, holte man anstelle von Papiss Demba Cissé einen Spieler namens Idrissou an den Niederrhein. Das ging gehörig schief.  
Dann hörte man, dass sich ein junges Talent in der Schweiz - genauer: beim FC Basel - rumtreiben sollte und schickte eiligst einen Boten samt Vertrag ins Rheintal. "Der Typ heißt Shak...Shaka... oder so...", so ähnlich wird es wohl gelaufen sein. Man verpflichtete Granit Xhaka, während der Typ namens Shaqiri zu den Bayern wechselte.  Das Resultat ist spätestens seit gestern Abend jedem Fußballanhänger bekannt - die beiden Spieler trennen Welten. Der eine, Xhaka, kommt so gar nicht klar in Gladbach - wenngleich man sein noch sehr junges Alter berücksichtigen muss. Der andere - Xherdan Shaqiri - bot gestern beim Pokalhalbfinale gegen den VfL Wolfsburg eine "Weltklasse-Leistung".  

Beweglich, kampfstark, einen Mordsantritt, viel Puste, einen tollen Schuss und das Auge für den Mitspieler, sowie das technische Equipement fantastische Zuspiele umsetzen zu können - alles das hat Xherdan Shaqiri, genannt "Shaq" im Gepäck. Ansatzweise haben wir das von ihm beim FC Bayern schon öfter gesehen, aber noch nie in so geballter Form wie gestern Abend. Chapeau! Er war der beste Spieler auf dem Platz und sorgte fast im Alleingang für den Einzug ins Pokalfinale.

Nein, es war nicht alles rund gestern Abend - aber wer hat das ernsthaft erwarten können? Barca steht vor der Tür. Da ist es nicht leicht, den Kopf frei zu machen für einen Gegner namens Wolfsburg. 
Am Ende beförderte man die Wolfsburger mit 6:1 aus dem DFB-Pokal - ein Ergebnis, das dem Spiel nicht so ganz gerecht wird. Aber drei Kontertore in sechs Minuten nach Mario Gomez' Einwechslung sorgten für einen Kantersieg. Wieder mal einer.  

Wir haben also die große Chance, Titel Nummer zwei (oder nach Kalender: Nummer drei) zu holen. Anfang Juni in Berlin. Der Kontrahent wird heute Abend ausgespielt.

Prima! Diese Bayern beschenken uns in dieser Spielzeit wie nie zuvor. Was für ein großartiges Team!
  

Typisierungsaktion in Hannover

Eine Knochenmarkspende ist für viele Menschen die letzte Chance bei einer Krebserkrankung. Im Rahmen des bevorstehenden Ligaspiels der Bayern in Hannover findet eine Typisierungsaktion statt. Folgende Pressemitteilung möchte ich den Hannover-Reisenden nicht vorenthalten (ich bin auch dabei):


Pressemitteilung der Initiative „Fanszene hilft“ zur Typisierungsaktion im Rahmen des Spiels Hannover 96 gegen Bayern München am 20.4.2013.

Liebe Pressevertreter und Pressevertreterinnen,

96-Fans aus verschiedenen Bereichen der Fanszene haben sich zu „Fanszene hilft“ zusammengeschlossen. Bei der ersten geplanten Aktion unterstützt die Initiative das Norddeutsche Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR) gegen Blutkrebs. Im Rahmen des Bundesligaspiels Hannover 96 gegen Bayern München am 20.4.2013 kommt es zu einer Typisierungsaktion, die vielen Menschen das Leben retten kann. Wir stellen in Zusammenarbeit mit dem NKR 5.000 Typisierungs-Sets bereit, in denen sich Watteträger befinden, mit denen sich interessierte Fans zu Hause selbst das Untersuchungsmaterial abnehmen können. Sie müssen hierfür lediglich einen Speichelabstrich vornehmen und die Sets kostenfrei über die Citipost an das NKR zurückschicken. Zusätzlich zur Ausgabe der Sets werden T-Shirts samt Logo (siehe Anlage) gegen eine Mindestspende von 5€ ausgegeben. Ebenso werden sich viele ehrenamtliche Helfer mit Spendendosen im Umkreis des Stadions bewegen und die Fans um Geldspenden bitten.
Auch konnten wir einen Überraschungsgast für die Aktion gewinnen. Dieser wird sich jeweils eine Stunde am Stadionvorplatz sowie am Maschsee-Pavillon befinden und für Autogramme und Fotos zur Verfügung stehen.
Am Spieltag werden die Sets an verschiedenen Standorten rund um das Stadion ausgegeben. Dort sind auch die T-Shirts erhältlich.

Die Standorte sind:

-          Maschsee-Pavillon (hinter dem Courtyard)


-          Oberfinanzdirektion an der Waterloo-Station


-          SC Elite


-          Stadionvorplatz Nord

 
Die Standorte sind ab 12 Uhr besetzt, sodass die anwesenden Fans frühzeitig die Briefumschläge mit den Abnahmesets entgegennehmen und spenden können, sowie – falls gewünscht -  mit dem Team von „Fanszene hilft“ Gespräche führen können. Auch Sie als Medienvertreter sind ab 12 Uhr herzlichst eingeladen - natürlich können wir auch in den Tagen vor der Aktion Pressegespräche führen.

Sonntag, 14. April 2013

Keinen Zugriff

"Wir haben keine Erklärung..." sagt Nürnbergs Raphael Schäfer zum Auftritt der Clubberer in München und liefert dann doch eine: "Wir hatten keinen Zugriff auf's Spiel", so der Torhüter. Wie oft hat man das aus unterschiedlichen Mündern in dieser Saison schon gehört?! Glück habe man gehabt - so Schäfer -, dass es ihnen nicht genauso wie dem HSV gegangen ist, der in München mit 9:2 unter die Räder kam. Nürnberg verlor "nur" 4:0. Dass die Bayern gestern ohne Lahm, Schweinsteiger, Martínez, Kroos, Robben, Müller, Mandzukic, Alaba, Neuer ... spielten, ist dabei nur eine Fußnote - zumindest in der ersten Hälfte sah man keinen großen Unterschied zur Bestbesetzung.

Keinen Zugriff auf das Spiel haben die Gegner des FCB in der laufenden Saison häufiger. Das sah man wettbewerbsübergreifend in aller Regelmäßigkeit. Mit dieser Feststellung haben Schäfer & Co. den Schlüssel für die Bayern-Dominanz beim Namen genannt. Wenn der Express rollt, dann rollt er - und zumindest in diesem Spieljahr kann da keine Bundesliga-Mannschaft mithalten. International wird das spätestens im Halbfinale anders aussehen, denn da wurde dem FCB die Übermannschaft der letzten Jahre zugelost: Barca.

Der FC Barcelona ist bekannt dafür, dass er dem Gegner "wenig Zugriff" gestattet - eine Ballbesitz-Mannschaft, diesbezüglich Vorbild des neuen Deutschen Meisters. Es ist ein Aufeinandertreffen, dass überfällig war - wenngleich man sich sicher erst lieber im Finale begegnet wäre. Die Bayern brauchen also zwei statt einem Sahnespiel gegen die Katalanen - das ist der Königsweg zum Titel.

Dass man in Dortmund über diese Auslosung erfreut ist (für den BvB heißt der Gegner Real), zeigt den Respekt vor den beiden FCB's. Allerdings darf man sich bei der Borussia sicher sein, dass Real Madrid derzeit eine andere Nummer ist, als noch in der Gruppenphase. 

Mir ist es sehr recht, dass sich die deutschen Teams im Halbfinale aus dem Weg gehen. Europapokal hat für mich bei deutsch-deutschen Duellen einfach weniger Reiz (da halte ich es ganz mit Jürgen Klopp). 

Natürlich spricht und schreibt in den kommenden Wochen jeder über das Spiel der Spiele in der Königsklasse am 23. April. Doch schon am kommenden Dienstag kann der FC Bayern einen weiteren Schritt hin zur ultimativen Saison machen: im DFB-Pokalhalbfinale gegen den VfL Wolfsburg. Step for step, heißt die Devise - und bei der Spiellaune, dieser Fokussierung und dem Hunger auf Titel, ist mir da überhaupt nicht bange. Wolfsburg braucht einen Gala-Abend und wir müssten schon arg abbauen, um eine Überraschung zu ermöglichen. Zwei Dinge, die derzeit nicht so recht zueinander passen.

Es gibt Menschen, die dem FCB selbst gegen Barca die Favoritenrolle zuschreiben. Ganz ehrlich: Ihr habt doch den Schuss nicht gehört!
Wir reden hier von einer Mannschaft, die über Jahre hinweg den europäischen Fußball in einer Art und Weise dominiert hat, dass uns Fußballfans regelmäßig die Augen glänzten und man nur ehrfurchtsvoll in Richtung Barcelona blicken konnte. Kein Team hat so viele Halbfinalteilnahmen in der Champions League erreicht - das ist ein Qualitätsmerkmal der Extraklasse. Ich sage nicht, wir können sie nicht schlagen - aber in diesen zwei Spielen sind wir (noch) Außenseiter. Dennoch glaube ich, dass der Zeitpunkt ein günstiger ist. Bayern ist auf absolutem Top-Niveau, konstant wie nie zuvor und Barca ist für uns tatsächlich näher gerückt.

Diese Saison geht nun in ihr Finale - und was für eines!

     

Donnerstag, 11. April 2013

Warriors In The Wasteland

Bayern München steht im Halbfinale der Champions League und dort lauern Gegner wie Real Madrid oder Barca. Ach ja, und der BV Borussia Dortmund - nach mäßigem Spiel und einer gehörigen Portion Dusel mit dem Schiedsrichtergespann. Erstmals haben wir zwei deutsche Halbfinalisten in der Champions League. Das sagt etwas aus über die Kräfteverhältnisse in Europa. Am Freitag werden die Halbfinalpaarungen in Nyon gelost: deutsch-deutsches Duell und El Clásico? Oder Deutschland versus Spanien? Ich halte es mit Matthias Sammer und denke, dass das uns das Los völlig egal sein kann. Ob der FCB wieder ins Finale einzieht, liegt in dieser Saison einzig und alleine am FCB selbst. An einem guten Abend können wir sie alle schlagen. Die Zielrichtung ist klar: Wir wollen den Titel. Nach zwei Finalteilnahmen in den letzten drei Jahren - beides Niederlagen - und der Tatsache, dass der letzte Gewinn dieser Trophäe nun schon auch wieder 12 Jahre her ist, lässt keinen Raum für ein vorsichtiger formuliertes Ziel.

Nachdem uns die Liga nun endlich wieder aus der Fernglasperspektive betrachten muss, ist die Erwartungshaltung natürlich groß. Was wird das für eine Saison am Ende werden? Die beste aller Zeiten? Oder doch eher eine ernüchternde, da sich unser Anspruchsdenken mittlerweile auf europäischem Top-Niveau irgendwo neben Barca angesiedelt hat? 
Was wenn ausgerechnet Dortmund uns einen Strich durch die beglichene Rechnung macht? Zugegeben fallen wir nicht sonderlich tief, aber dennoch droht das Damokles-Schwert noch über den Köpfen der FCB-Fans.
Die Art und Weise wie Juventus Turin im Viertelfinale verarztet wurde, ist so beeindruckend wie die gesamte Saison. Wenn es drauf ankommt, ist der FC Bayern da - und wie! Fokussiert, ohne Angst, konzentriert und effektiv - dazu noch mit tollem Fußball. Was wäre das für ein Showdown, wenn man sich mit Barca in London messen dürfte?!

Doch ich erinnere mich an so viele Abende voller Verzweiflung - im Landesmeister-Cup oder der Champions League. An Abende wie den in Wien, im Mai 1987. Bayern war der Favorit und führte standesgemäß nach Halbzeit Eins im Finale des Landesmeister-Cups. Am Ende blieben Wut und Tränen.  1999, bei der Mutter aller Fußballdramen, in Barcelona - das Aus nach gespielten neunzig Minuten. Nachspielzeit, zwei Aussetzer, zwei Gegentore. Ausgeträumt. 2010: Niederlage in Madrid gegen überlegene Interista - und erst im letzten Jahr der "Alptraum dahoam" gegen den Chelsea FC.

Unsere Jungs kommen mir momentan vor, wie Krieger in einem verlorenen Land. Auf der Suche nach dem heiligen Gral, inmitten voller Fallstricke und Gefahren. Sie sind auf dem letzten Teilstück des so beschwerlichen Weges angekommen, aber niemand weiß ob man letztlich triumphiert oder geschlagen auf dem Rasen liegen wird? Die schlimmsten Gegner lauern noch, ohne dass man weiß aus welcher Richtung sie kommen werden.
Ein wenig Pathos, sicherlich - aber die Gefühlswelt eines richtigen Fußballfans bewegt sich auf genau diesem Level.

Noch vor einigen Jahren sprachen wir von Barca, wie von einem Planeten der über uns allen funkelt. So endlos weit weg und so begehrenswert. Wer hätte ernsthaft gedacht, dass es dem FCB in so kurzer Zeit gelingen würde, auch nur in die Nähe dieses überirdischen Klubs zu kommen? In dieser Saison steht man mit Real und Barca auf Augenhöhe, ja ist sogar konstanter. Doch letztlich lässt sich das alles nur untermauern, wenn man Titel gewinnt und das Niveau über Jahre halten kann. Ersteres fehlt uns noch nach 2001.
Fußball ist ein Spiel zwischen Triumph und Tragödie - und die nächsten Tragödien werden sicher kommen. In diesem Jahr darf es aber endlich mal wieder ein Triumph sein.


Montag, 8. April 2013

A Wahnsinn - Die seltsame Meisterschaft

Bayern München wird der neue Deutsche Meister, so viel war klar und so ist es jetzt auch offiziell: Nach dem letzten der 34 Spieltage dürfen wir uns Meister nennen! Es wird die 23-ste Deutsche Meisterschaft des Rekordmeisters. Das Wie ist allerdings ungewohnt und mit all seiner Dominanz herausragend. Als Bayern-Fan kann man den Blick gar nicht mehr von der Tabelle abwenden, guckt ungläubig und fassungslos angesichts der Punkteunterschiede zwischen ganz oben und ein bisschen ein weiter unten. Bislang sind es 20 Punkte alleine vor Dortmund, dem Tabellenzweiten, dabei hat der BvB nun wirklich keine schlechte Meisterschaftssaison gespielt. Das ist erstmalig in der Liga-Geschichte!

Die einzelnen Rekorde, die der FCB in der laufenden Saison gebrochen, aufgestellt und eingestellt hat, zähle ich hier gar nicht erst auf - es ist sicher noch nicht Ende der Fahnenstange. Dennoch hat dieser Meistertitel und die Art wie er zustande kam, etwas Seltsames: Zwar sind wir nach zweijähriger Durststrecke wieder dran, aber es fehlt dann letztlich doch etwas die Spontaneität. Die Frage war ja nicht mehr ob, sondern wann wir letztlich ganz offiziell Thronfolger sind. Eine Meisterschaft so ein, zwei oder auch drei Spieltage vor Schluss hat sicher etwas mehr "spontane Freude" im Gepäck, die Freude über den 23-sten Titel allerdings wird nachhaltiger sein. Von dieser Dominanz werden wir noch in Jahren und vielleicht Jahrzehnten sprechen. Wir dürfen uns vielleicht leiser, aber in jedem Fall länger darüber freuen.

Dass die Jubelszenen in der Commerzbank-Arena einen eher zurückhaltenden Charakter hatten, liegt an der aktuellen Situation: Am Mittwoch steht das Rückspiel bei Juventus Turin in der Champions League an. Da muss - aller Freude zum Trotz - das Feiern hinten anstehen. Liebe Blogger-Kollegen von Bog G, eine solche Situation kennt Ihr nicht, deshalb wohl auch das  Unverständnis
Als Bayern-Fan weiß man natürlich, dass uns noch so eine Art Verwässerung der aktuellen Saison drohen könnte - und das mag sich niemand vorstellen. Nein, ein Titel reicht uns nicht. Nach zwei Finalteilnahmen in der Champions League innerhalb der letzten drei Jahre, wollen wir endlich wieder diesen Cup holen!  Dazu ist die totale Fokussierung auf das Kommende zwingend: Meisterfeier und Weißbierduschen können da noch warten.

Im schwarz-gelben Lager mag man von "Scheckbuch-Transferpolitik" (was für  ein Wort!) sprechen oder mit Plagiatsvorwürfen um die Ecke kommen, der einzige Grund warum Bayern München so souverän und frühzeitig die Entscheidung in diesem Wettbewerb herbei geführt hat, ist gute Arbeit! Das schließt auch die Transfers vor der Saison ein, denn das gehört schließlich dazu.  
Nein, wir lassen uns diesen Titel von niemandem madig machen, dazu war all das was wir Woche für Woche erleben durften einfach zu gut!

Welche Gegner auch immer gerade anstanden, tief standen, früh umschalteten, hinten drin mauerten, spät in Führung gingen oder einfach nur richtig gut spielten, wir haben sie alle entweder geschlagen oder eben nicht gewinnen lassen. Ein Mal nur schlugen wir uns selbst. Das ist in der Summe unfassbar gut!
Wir haben einen Mix aus sehr jungen, jungen und jungen erfahrenen Spielern, gesegnet mit einem großartigen Talent, bereit hart und konsequent an sich zu arbeiten - und in der Lage, schönen Fußball mit leidenschaftlichem Einsatz zu verbinden. Diese sind nicht alle "zugekauft" und diese Spieler sind auch nicht ausschließlich wegen des vielen Geldes Spieler des FC Bayern. Sie wollen in diesem Klub spielen, dieses Trikot tragen und diese Herausforderung annehmen. So etwas beinhaltet für junge Talente auch ein gewisses Risiko, erfordert Mut und die Bereitschaft zu harter Arbeit. Wer hier also leichtfertig die Politik des großen Geldes als einzig ausschlaggebend in den Vordergrund stellt, der sollte sich fragen, ob er/sie im Leben bereit ist, solche Risiken einzugehen, Mut zu haben und hart und viel zu arbeiten?!  Ganz abgesehen davon, ist das Geld des FCB selbst verdient - und nicht geliehen oder subventioniert.

Als Fan und Mitglied der Bayern-Familie über Jahrzehnte, bedanke ich mich für diese großartige, herausragende Leistung und all den Einsatz bei allen, die dazu beigetragen haben - aber ganz besonders bei Mannschaft und Trainer! Es war fantastisch!
Und jetzt macht diese Saison zur besten, die wir jemals hatten!

  
 

Dienstag, 2. April 2013

Vor dem Besuch der Alten Dame - Hamburg zerlegt

In den Kicker-Sondermagazinen zum Saisonstart kann bei den einzelnen Bundesligisten die höchsten Siege bzw. Niederlagen sehen. So wirklich tut sich da nicht viel; die meisten Kantersiege liegen Jahrzehnte zurück. Es war schon manchmal ein wenig frustrierend, dass man sich sicher sein konnte ein Fünf zu Null in Halbzeit Eins führt keinesfalls zu einem Acht oder Neun zu Null, sondern höchstens zu einem Sechs zu Eins. Die zunehmende Professionalität sorgt dafür, dass sich die hochüberlegenen Teams im zweiten Durchgang für die nächsten, anstehenden Aufgaben schonen. Und wer hätte kein Verständnis dafür gehabt, so der nächste Gegner innerhalb von 72 Stunden Juventus Turin heißt. Nicht so am vergangenen Samstagabend. Wer sich schon auf eine langweilige Ballverwaltung in der zweiten Halbzeit eingestellt hatte, der wurde eines Besseren belehrt. 9:2 hieß es am Ende - Bayern gegen den HSV: Neun zu Zwei!

Bei aller Begeisterung, wer in München so auftritt wie der Hamburger SV, der hilft natürlich ordentlich mit. Nahezu ohne Abwehr, harmlos, ideenlos und zahnlos - da ist das Scheitern in der Allianz-Arena vorprogrammiert. 
Für Bayern München gibt es keinen Extrapunkt, nur schöne Schlagzeilen - die aber dürfen nicht die Sinne vernebeln, denn der nächste Gegner ist tatsächlich der schwerste: Juve heute Abend. 

Ich mache es mir einfach und verweise auf den Artikel des geschätzten Kollegen Breitnigge - alles Relevante ist dort zu lesen.    
Wie schwer es heute Abend gegen den italienischen Tabellenführer wird, werden wir sehen. Ich denke, es wird sehr sehr schwer - und der FCB wird eine Top-Vorstellung abrufen müssen, um die Voraussetzungen für einen Halbfinaleinzug zu schaffen. Wie immer, kann man nur vor italienischen Mannschaften warnen - und unter den italienischen Teams, ist Juve das derzeit beste. Es wird ein Gala-Abend nötig sein (wenn auch in anderer Hinsicht, als noch gegen den HSV). 

Auf geht's, Ihr Roten!
 
 

Montag, 1. April 2013

Termine April 2013

02.April 2013 - Champions League-Viertelfinale
FCB vs Juventus
20:45 Uhr    

06.April 2013 - Bundesliga   
Eintracht Frankfurt vs FCB
15:30 Uhr

10.April 2013 - Champions League-Viertelfinale
Juventus vs FCB
20:45 Uhr   

13.April 2013 - Bundesliga
FCB vs 1. FC Nürnberg
15:30 Uhr

UEFA Champions League 2012/13 – Auslosung in Nyon (SUI) -
Halbfinale (23-24. April & 30. April-1.Mai)
12:00 Uhr

16.April 2013 - DFB-Pokal-Halbfinale
FCB vs VfL Wolfsburg
20.30 Uhr
   
20.April 2013 - Bundesliga
Hannover 96 vs FCB
15:30 Uhr

23. April 2013 - Champions League-Halbfinale
FCB vs Barcelona CF
20.45 Uhr   
       
27.April 2013 - Bundesliga
FCB vs SC Freiburg
15:30 Uhr